Arlene's World of Lace

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Die deutsche Übersetzung
von
Yarnissima's
Firestarter-Socken
gibt es hier:


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Die Datei wird mit
ausdrücklicher Erlaubnis
der Designerin
 Marjan Hammink
  zur Verfügung gestellt.


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Tag: schwarzes-strickloch

Das schwarze Strickloch.

Es ist jedes Mal das selbe. Ich beende ein Strickprojekt und habe eigentlich schon ein neues im Kopf. Irgendetwas, aber eben nichts konkretes. Dieses Mal war es sogar noch besser: ein ganz bestimmtes Oberteil sollte es sein - Norah Gaughan's Hooded Pullover aus der Vogue Knitting Spring 2005.


Hier sollte eigentlich ein Bild des Modells stehen, aber die Vogue-Menschen kommen einfach nicht in die Pötte zwecks Genehmigung, daß ich das Bild aus der Vogue hier einstellen darf... (...ja, ja, der Krümelkacker in mir holt brav Genehmigungen ein...;). Von diesem Modell ist im ganzen Netz kein Bild aufzutreiben, lediglich im bekannten Auktionshaus bin ich fündig geworden, daher ausnahmsweise ein Link dorthin. Gleich unter den riesig abgebildeten Garnknäueln befindet sich das türkisfarbene Modell aus dem Heft.


Ich bin nur durch Zufall auf dieses Modell aufmerksam geworden und habe mir extra das Heft mit der Anleitung dazu gekauft. Das Modell ist absolut raffiniert: es ist eine Jacke, aber irgendwie doch keine. An den Verschlusskanten der Vorderseite läuft nämlich ein Möbius-Band entlang (diese in sich verdrehte Endlosschlaufe...) und ist damit gleichzeitig das Verbindungsstück zwischen den beiden Vorderteilen.

Eines meiner Lieblingsmuster, das Frostflower-Motiv (hier sogar ein beidseitig verwendbares Muster), wird mit einer Kapuzenjacke kombiniert und das fand ich eine interessante Abwechslung. Einfach perfekt.

Tatsache ist aber, daß mir mein Projekt gerade Masche für Masche von den gedanklichen Nadeln fällt. Menschen, die eine Anleitung vorab mit analytischem Sachverstand prüfen, haben solche Probleme nicht. Aber ich prüfe ja auch nicht analytisch...hätte ich mal besser tun sollen - würde mir viel Zeit sparen ;)

Und was mache ich?

Stufe 1
Grobe Info betreffend Maschenprobe. Knappes Überfliegen genügt. Aber passendes Garn muss schon sein.

Stufe 2
Lospreschen und Garn beschaffen - wo auch immer - vorzugsweise aus den Tiefen des Wollschrankes hervorzerren. Fällt mir natürlich im Traum nicht ein - Neukauf macht mehr Spaß. Die Händlerin beäugt das Modell, findet ein passendes Garn, bemängelt jedoch den kastenförmigen Schnitt. Blödsinn!

Stufe 3
Maschenprobe - erste Hindernisse gilt es zu überwinden: passt natürlich nichts. Zuviele Maschen auf 10 cm. Egal. Stricke ich eben eine größere Kleidernummer.


Stufe 4
Intensives Anstarren des Modellbildes. Erstes Lesen der Anleitung unter erstmaliger Hinzuziehung des Verstandes. Naja, irgendwie sieht dieser kastenförmige Schnitt schon komisch aus. Diese Kastendinger standen doch schon in den 80ern keinem Menschen. Und Ärmel, die so grob über die Schultern hängen sind ja nun auch nicht...ach, Mist! Egal, kann man ja alles umarbeiten.


Stufe 5
Umarbeitungsplanung läuft auf Hochtouren. Das Möbiusband ist zu breit und bedeckt fast meine gesamte Schulter. Da geht nix mit RVO, meiner Lieblingsstrickmethode. Ärmelausschnitte mit Armkugeln? *schluck* Mein wunder Punkt. Kann ich nicht. Will ich nicht. *fußstampf*. Erste Trotzphasen entstehen. Und überhaupt...dieses Möbiusdingens sieht ja schick aus, aber wenn schon Jacke, dann eine, die man richtig öffnen kann. Und was war das? Aaargh! Das Lacemuster ist in der Anleitung ohne Charts bzw. nur in Worten beschrieben. Na, tolle Wurst. Wer will schon beidseitige Frostflowermuster stricken? Ich sollte doch das normale Frostflowermuster nehmen...

Stufe 6
Ich beginne mir langsam selbst auf die Nerven zu gehen. Damit überhaupt etwas konstruktives passiert, stricke ich das "normale" Frostflowermuster testweise an. Verwöhnt durch das Frostflower-Muster, welches ich bei einem Tuch in Runden gestrickt habe, schüttelt mich nun voller Entsetzen die Erkenntnis, daß bei Rückreihen ebenfalls Mustersätze gestrickt werden müssen und zwar mit meinen persönlichen Freunden: links verschränkt zusammengestrickte Maschen. Freude! Freude! Freude!

Stufe 7
Ich halte hartnäckig an der Idee einer Kapuzenjacke in Kombination mit dem Frostflower-Muster fest. Die Frage nach dem "Wie" ist bislang ungeklärt. Für sachdienliche Hinweise bin ich dankbar. Mittlerweile befinde ich mich gedanklich doch wieder beim Möbiusband, welches die Vorderseiten verbindet. Irgendwie macht das ja den Kick der Jacke aus. Oder wie auch immer. Ich grüße planlos aus dem schwarzen Strickloch.

Stufe 8
Weitere 24 Stunden sind ergebnislos verstrichen. Ich starre abwechselnd gebannt auf das Modellbild und die ersten paar gestrickten Frostflowerreihen (allein das beschäftigt mich 3/4 meines Aufenthalts im schwarzen Strickloch). Tiefes gedankliches Schwarz. Nada. Ich warte auf Eingebung. Das Winseln nach sachdienlichen Hinweisen aus Stufe 7 hat sich bereits überholt. Ich kann Frostflowers nicht leiden. Was ist das überhaupt für eine Mistjacke? Andere abwerten, um selbst besser dazustehen, war schon immer praktisch *grmpf*

Stufe 9
Akutes Versumpfen im Internet nebst Trostkäufen.  Außerdem bin ich mit der Anleitung beleidigt - vorsorglich...kann ja nicht schaden. Ich befinde die Welt für schlecht und bin vorsichtshalber auch gleich mit mir selbst beleidigt.

Stufe 10
Beendigung der kindlichen Trotzphase. Ich distanziere mich von sämtlichen Verhaltensweise in Stufe 1 - 9. Die Jacke hat es nie gegeben. *hust* Vorerst (man weiß ja nie). Das schwarze Strickloch hat sie verspeist. Burps. Und ich begebe mich jetzt auf die Suche nach einem neuen Projekt ;)

Dieses Garn gilt es jetzt übrigens einem neuen Projekt zuzuführen: Mystik von GGH (eine Baumwoll-Viskosemischung in einer Art grau-olive). Das Garn sieht übrigens nicht etwa so zerzaust aus, weil ich es wie bescheuert an die Wand geknallt habe - es war schon so als ich es kaufte *heftignickend*. Jawoll, so war das.


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Arlene 01.08.2007, 15.56 | (14/10) Kommentare (RSS) | TB | PL

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